Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.
Fetz e.V.
Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.

Projekt GELA

Neues landesweites Präventionsangebot gegen Gewalt an Frauen mit Behinderung

Unter dem Namen Gela – gewaltfrei leben und arbeiten bietet das Frauenberatungszentrum Fetz e.V. in Kooperation mit den Frauenberatungseinrichtungen landesweit Präventionskurse für Frauen mit Behinderung und deren Betreuer_innen in Einrichtungen.

Frauen mit Behinderungen sind, laut Ergebnissen der Studie des BMFSFJ „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ (2012) von sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt jeweils mindestens doppelt so häufig betroffen wie Frauen ohne Behinderung. Sie haben jedoch deutlich weniger Unterstützung als andere Frauen, wenn sie Gewalt erleben. Häufig wissen Betroffene nicht, dass es Hilfen gibt, oft trauen sie sich nicht über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Dies will Gela ändern. Neu an Gela ist, dass die Hilfen für die Frauen lokal verzahnt werden. Nicht nur die Frauen mit Behinderungen sollen in Selbstbehauptungskursen gestärkt werden, auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen können geschult werden. Das Konzept setzt dabei immer auf die Fachexpertise vor Ort. „Alle Erfahrungen zeigen, dass das Vertrauen und die gute Vernetzung die Voraussetzung für eine gelungene Intervention ist.“ resümiert die Projektmitarbeiterin Barbara Götz. Die langjährige Expertin für Prävention weiß, dass es im Konfliktfall schnelle Wege und gründliche Informationen über Rechte und Hilfestellungen braucht. Deshalb führen die lokalen Beratungsstellen gegen Gewalt die jeweiligen Schulungen für die Behindertenhilfe durch. So wird sichergestellt, dass Frauen mit Behinderungen die Hilfen wirklich kennenlernen können und dass die Vernetzung im Bedarfsfall zwischen den Einrichtungen der Behindertenhilfe und den Frauenunterstützungseinrichtungen bereits besteht.

Frauen mit Behinderungen sollen sich trauen, über Gewalt zu sprechen. Sie sollen wissen, dass ihnen Beratungsstellen helfen können.

Denn es soll Betroffen nicht länger so ergehen wie Linda S.

Linda S. lebt seit einigen Jahren in dem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen. Bislang fühlte sie sich wohl und kam mit ihren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gut aus. Als ein neuer Mitbewohner einzog, war sie ihm gegenüber aufgeschlossen wie immer. Bis zu der Nacht, in der er in ihr Zimmer kam, sich auf sie legte und sie vergewaltigte.
Linda S. hatte große Angst und war sich sicher, dass ihr sowieso niemand helfen konnte. Deshalb behielt sie das Erlebte lange Zeit für sich. Sie fühlte sich allein und alleingelassen mit dem Erlebnis der sexuellen Gewalt. Erst als eine Betreuerin aufmerksam wurde, weil sich Linda S. stark veränderte, wurde der Übergriff aufgedeckt.
Die Betreuerin konnte Linda S. unterstützen und geeignete Maßnahmen in die Wege leiten. Linda S. lebt heute in derselben Eirichtung in einer Wohngruppe ausschließlich für Frauen.

Gela sucht noch nach weiteren Einrichtungen, die präventiv tätig sein wollen. Wenn Ihre Einrichtung teilnehmen möchte, entstehen für die Teilnahme der Frauen und der Mitarbeiter_innen an den Workshops und Fortbildungen keine Teilnahmegebühren. Die Honorare für die Referentinnen der Frauenberatungsstelle werden vom Projekt Gela getragen.

Konkrete Angebote im Rahmen unserer Projekts Gela für die Einrichtungen sind:

  • Selbstbehauptungskurse für Frauen mit Behinderungen. Dabei können die Frauen mit Behinderungen auch die Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle kennenlernen.

  • Schulungen für Fachkräfte der Einrichtungen der Behindertenhilfe, zum Beispiel zu Themen wie Prävention und Intervention, Umgang mit Tätern, Opferbegleitung oder sichere Einrichtung. Die Themen können von der Einrichtung bzw. den teilnehmenden Fachkräften entsprechend ihrem Bedarf und ihrem Interesse angepasst werden.

  • Gegenseitiges Kennenlernen der Frauenberatungsstelle in der Region und der Einrichtung der Behindertenhilfe.

 

Gela-Ansprechpartnerinnen: Barbara Götz und Borghild Strähle
Tel: 0711 / 28 59 002
Mail: b.goetz@frauenberatung-fetz.de


pdf gela-kurzinfo-eb.pdf
 

Gela Flyer 1

Gela Flyer 2



Unterstützt durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg

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