Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.
Fetz e.V.
Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.

Projekt GELA

Neu: Sicher...frei...selbstbewußt - die Fortbildungsreihe

Das Fetz bietet im Rahmen des Projekts Gela eine neue Fortbildungsreihe an. Angesprochen sind: Mitarbeitende der Behindertenhilfe, Pädagog_innen, Selbstverteidigungstrainerinnen und andere interessierte Fachleute zur Prävention von Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen. Die Fortbildungen eignen sich auch für Studierende. Da die Reihe vom Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird, können wir die Veranstaltungen recht preisgünstig anbieten. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie und / oder Ihre Kolleg_innen bei einer dieser Veranstaltungen begrüßen könnten.

Themen  und Termine: 

1. Freitag 20.10.17 Umgang mit traumatisierten Bewohnerinnen in der Alltagsbegleitung

2. Freitag 17.11.17 Leichte Sprache - erfolgreiche Kommunikation

3. Freitag   1.12.17   Sexualpädagogische Arbeit mit Frauen mit Lernschwierigkeiten

4. Freitag 15.12.17  Selbstbehauptung im Alltag 


1.  Umgang mit traumatisierten Bewohnerinnen in der Alltagsbegleitung

Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeitende in der Behindertenhilfe, interessierte Fachpersonen und Student_innen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Erfahrungen, Herausforderungen und Möglichkeiten in der Alltagsbegleitung von gewaltbetroffenen Frauen in den Bereichen Wohnen, Leben und Pflege. 

Inhalte:

  • Grundlegendes Wissen zu Traumatisierung und posttraumatischen Reaktionen
  • Verständnis von Alltagssituationen vor dem Hintergrund von Traumatisierungen
  • Fallbesprechungen 
  • Erarbeiten von hilfreichen Reaktionsmöglichkeiten in der Alltagsbegleitung
  • Erarbeitung von Handlungsweisen in der Pflege, die traumatische Vorerfahrungen berücksichtigen und Retraumatisierungenvermeiden
  • Vorstellung einfacher Techniken und Materialien zur Reorientierung bei Flashbacks

Die vorgestellten Materialien können über GELA 2 als Projektkoffer entliehen werden.

Wann:    20.10.17

Ort:        David Wengert-Haus Stuttgart Vaihingen

Zeit:       9.00 – 16.00 Uhr

Referentin: Kathrin Mond, Fetz Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.

Anmeldeschluss: 6.10.2017


2. Leichte Sprache - erfolgreiche Kommunikation

Wenn wir mit Menschen arbeiten, wollen wir in die Beziehung und in die Kommunikation gehen. Die Verantwortung dafür, dass unser Gegenüber uns versteht, liegt bei uns selbst. Leichte Sprache nutzt daher allen Menschen, die sich noch einfacher, aber dennoch respektvoll und auf Augenhöhe ausdrücken möchten. Die Regeln der Leichten Sprache unterstützen sie dabei. Anhand von Beispielen und Übungen schärfen wir die Selbstwahrnehmung: Wie spreche oder schreibe ich? Welche Wörter benutze ich? Wie werde ich verstanden? Die Teilnehmenden bekommen klare Regeln an die Hand. Wichtig sind zum Beispiel kurze Sätze, Sprechpausen und eine aktive Sprache. 

In diesem Fortbildungsangebot ist es möglich, die Themen Selbstbehauptung, Ich-Stärkung und Empowerment und ihre Vermittlung für Frauen mit Behinderungen besonders in den Focus zu nehmen. Die allgemeinen Regeln können also auch an diesen Themen erarbeitet werden. Das Fortbildungsangebot richtet sich gerne auch an Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstrainerinnen, die sich Tipps und Handwerkszeug für die Kommunikation mit ihren Klientinnen wünschen. Interessierte, die mit Frauen mit Behinderung zu den Themen Selbstbehauptung, Ichstärkung und Empowerment arbeiten, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Wann:  17.11.17 

Ort:     David Wengert-Haus , Stuttgart Vaihingen

Zeit:     9.00 – 16.00

Referentin: Krishna-Sara Helmle, M.A.Textöffner®, Training, Übersetzungen und Texte für Leichte Sprache

Anmeldeschluss: 27.10.2017 


3. Sexualpädagogische Arbeit mit Frauen mit Lernschwierigkeiten

Der Umgang mit Fragen zur Sexualität bei Frauen mit Lernschwierigkeiten ist im Arbeitsalltag von Fachkräften in der Behindertenhilfe immer wieder ein Thema. Im Seminar werden Kenntnisse über die sexualpädagogische Arbeit mit Frauen mit Lernschwierigkeiten sowie entsprechende Methoden vermittelt. Relevante Themen und Inhalte sind Körper- und Sexualaufklärung. 

Ziele der Fortbildung sind mehr Sicherheit und Handlungskompetenz in Bezug auf die Sexualität der Klientinnen, Kennenlernen von Aufklärungs- und Beratungsmethoden in Einfacher Sprache sowie von visuellen und haptischen Methoden. Zusätzlich betrachten wir unsere eigene Einstellungen zu Sexualität, diskutieren über Moral und Werte und reflektieren unser eigenes pädagogisches Handeln in Bezug auf sexuelles Verhalten unserer Klientinnen im Alltag. 

Wann:  1.12.17

Ort:     David Wengert-Haus Stuttgart Vaihingen

Zeit:     9.00 – 16.00

Referentin: Susanne Hasel, HEP, Sexualpädagogin FH/GSP, Sexualberaterin ISP, Trainerin für Frauenbeauftragte

Anmeldeschluss: 10.11.2017


4. Selbstbehauptung im Alltag

Wenn Frauen in einer Einrichtung an einem Selbstbehauptungsangebot teilgenommen haben, stellt sich für die Betreuerinnen manchmal die Frage, wie sie die Inhalte, die geübt wurden, in den Alltag integrieren können. In dem Workshop geht es darum, wie Mitarbeiterinnen der Behindertenhilfe Frauen in ihrer Selbstbehauptung im Alltag unterstützen können und das Thema Ich-Stärkung für Frauen mit Behinderungen gestalten können. Welche Methoden können Mitarbeiterinnen einsetzen, um die Inhalte zu vertiefen, und welche Aufhänger eignen sich für Gespräche und Diskussionen?  

Im Workshop werden wir auch einen Methodenkoffer vorstellen, der Handouts zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen, Diskussionsgrundlagen wie das Buch „Alles Liebe“ von Limita oder den Filmclip: „Wir sind doch nicht blöd!“ des Mädchentreffs Tübingen enthält. Der Koffer kann beim Fetz gegen Unkostenbeitrag erworben / ausgeliehen werden.

Der Workshop ist nur für Frauen. 

Wann:  15.12.17

Ort:     Mädchengesundheitsladen Stuttgart 

Zeit:    9.00 – 16.00

Referentinnen:  Barbara Götz und Borghild Strähle, Fetz Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.

Anmeldeschluss: 24.11.2017

 

Anmeldungen bitte per Mail an: b.goetz@frauenberatung-fetz.de

Der Unkostenbeitrag pro Seminar beträgt 40,- € und kann vor Ort bar bezahlt werden. Ermäßigungen sind möglich. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an b.goetz@frauenberatung-fetz.de. 

Das Projekt Gela wird durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg unterstützt. 


Was ist Gela?

Unter dem Namen "Gela – gewaltfrei leben und arbeiten" bietet das Frauenberatungszentrum Fetz e.V. in Kooperation mit den Frauenberatungseinrichtungen landesweit Präventionskurse für Frauen mit Behinderung und deren Betreuer_innen in Einrichtungen.

Frauen mit Behinderungen sind, laut Ergebnissen der Studie des BMFSFJ „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ (2012) von sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt jeweils mindestens doppelt so häufig betroffen wie Frauen ohne Behinderung. Sie haben jedoch deutlich weniger Unterstützung als andere Frauen, wenn sie Gewalt erleben. Häufig wissen Betroffene nicht, dass es Hilfen gibt, oft trauen sie sich nicht über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Dies will Gela ändern. Neu an Gela ist, dass die Hilfen für die Frauen lokal verzahnt werden. Nicht nur die Frauen mit Behinderungen sollen in Selbstbehauptungskursen gestärkt werden, auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen können geschult werden. Das Konzept setzt dabei immer auf die Fachexpertise vor Ort. „Alle Erfahrungen zeigen, dass das Vertrauen und die gute Vernetzung die Voraussetzung für eine gelungene Intervention ist.“ resümiert die Projektmitarbeiterin Barbara Götz. Die langjährige Expertin für Prävention weiß, dass es im Konfliktfall schnelle Wege und gründliche Informationen über Rechte und Hilfestellungen braucht. Deshalb führen die lokalen Beratungsstellen gegen Gewalt die jeweiligen Schulungen für die Behindertenhilfe durch. So wird sichergestellt, dass Frauen mit Behinderungen die Hilfen wirklich kennenlernen können und dass die Vernetzung im Bedarfsfall zwischen den Einrichtungen der Behindertenhilfe und den Frauenunterstützungseinrichtungen bereits besteht.

Frauen mit Behinderungen sollen sich trauen, über Gewalt zu sprechen. Sie sollen wissen, dass ihnen Beratungsstellen helfen können.

Denn es soll Betroffen nicht länger so ergehen wie Linda S.

Linda S. lebt seit einigen Jahren in dem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen. Bislang fühlte sie sich wohl und kam mit ihren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gut aus. Als ein neuer Mitbewohner einzog, war sie ihm gegenüber aufgeschlossen wie immer. Bis zu der Nacht, in der er in ihr Zimmer kam, sich auf sie legte und sie vergewaltigte.
Linda S. hatte große Angst und war sich sicher, dass ihr sowieso niemand helfen konnte. Deshalb behielt sie das Erlebte lange Zeit für sich. Sie fühlte sich allein und alleingelassen mit dem Erlebnis der sexuellen Gewalt. Erst als eine Betreuerin aufmerksam wurde, weil sich Linda S. stark veränderte, wurde der Übergriff aufgedeckt.
Die Betreuerin konnte Linda S. unterstützen und geeignete Maßnahmen in die Wege leiten. Linda S. lebt heute in derselben Eirichtung in einer Wohngruppe ausschließlich für Frauen.

Gela sucht noch nach weiteren Einrichtungen, die präventiv tätig sein wollen. Wenn Ihre Einrichtung teilnehmen möchte, entstehen für die Teilnahme der Frauen und der Mitarbeiter_innen an den Workshops und Fortbildungen keine Teilnahmegebühren. Die Honorare für die Referentinnen der Frauenberatungsstelle werden vom Projekt Gela getragen.

Konkrete Angebote im Rahmen unserer Projekts Gela für die Einrichtungen sind:

  • Selbstbehauptungskurse für Frauen mit Behinderungen. Dabei können die Frauen mit Behinderungen auch die Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle kennenlernen.

  • Schulungen für Fachkräfte der Einrichtungen der Behindertenhilfe, zum Beispiel zu Themen wie Prävention und Intervention, Umgang mit Tätern, Opferbegleitung oder sichere Einrichtung. Die Themen können von der Einrichtung bzw. den teilnehmenden Fachkräften entsprechend ihrem Bedarf und ihrem Interesse angepasst werden. Einzelne Fachkräfte können an Schulungen und Fachtagen des Projekts Gela teilnehmen

 

Gela-Ansprechpartnerinnen: Barbara Götz und Borghild Strähle
Tel: 0711 / 28 59 002
Mail: b.goetz@frauenberatung-fetz.de


Gela Flyer 1

Gela Flyer 2



Unterstützt durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

 

Gela Fachtag