Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.
Fetz e.V.
Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.

Angebote für Frauen* mit Behinderungen

Vernetzen, fortbilden, motivieren: Staatssekretärin Bärbl Mielich informiert sich in der Netzwerkstelle für Frauenbeauftragte in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
 
 

Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die Staatssekretärin des Ministeriums für Soziales und Integration Bärbl Mielich die Beratungsstelle Fetz Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V. Frauen* nach sexualisierter Gewalt finden hier ebenso Unterstützung wie Frauen* mit allgemeinen psychosozialen Problemen.



Personen auf dem Foto: erste Reihe: von li nach re: Nina Heizmann, Bärbl Mielich, zweite Reihe: Andrea Haygis, Julia Mall, Tabea Konrad, Barbara Götz

Staatssekretärin Mielich informierte sich bei ihrem Besuch auch über den aktuellen Stand der Netzwerkstelle für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Werkstätten der Behindertenhilfe, die vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg finanziert ist. 

Die Netzwerkstelle bringt die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Werkstätten der Behindertenhilfe landesweit miteinander in Kontakt, organisiert Fortbildungen und unterstützt sie bei Themen wie Gewalt gegen Frauen*, Diskriminierung am Arbeitsplatz oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sind selbst Mitarbeiterinnen* in den Werkstätten und Frauen* mit Behinderung. Die Netzwerkstelle des Fetz e.V. ist bundesweit in seiner Form einmalig, da sie die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten direkt an der inhaltlichen Gestaltung beteiligt. Sie bietet den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten konkrete Hilfen für den Alltag, stellt Arbeitsmaterialien und Informationen zur Verfügung, führt Supervisionen durch und vermittelt bei Konflikten.  

Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Dorfgemeinschaft Tennental Nina Heizmann fasst zusammen: „Die Netzwerkstelle hilft den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, motiviert zu bleiben“. Obwohl Frauen* mit Behinderungen vielfach von Gewalt und sexueller Belästigung betroffen sind, ist es erst seit 4 Jahren gesetzlich vorgeschrieben, dass in jeder Werkstatt eine Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte gewählt werden muss. Viele Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte müssen sich ihre Rolle und die Unterstützung, die ihnen zusteht, deshalb erst erkämpfen, weiß Barbara Götz von der Netzwerkstelle. Sie spricht mit Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten landesweit und hilft Lösungen zu finden, wenn Einrichtungen keine Gelder für Treffen oder einen Selbstverteidigungskurs bereitstellen. Manchmal erfährt sie, dass Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte nicht einmal einen Raum für Beratungen zur Verfügung haben oder durch die Einrichtung keine telefonischen oder E-Mail-Kontaktdaten zur Verfügung gestellt bekommen. 

Am Ende des Gesprächs bekräftigte Staatssekretärin Mielich: „Dass es Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Werkstätten gibt und sie wichtige Arbeit machen, ist noch viel zu wenig bekannt. Die Netzwerkstelle leistet hier gute Arbeit, auch für die Vernetzung der Frauenbeauftragten. Es ist klar: Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten müssen auch vor Ort unterstützt und gut ausgestattet werden, damit sie ihre Arbeit für die Frauen* mit Behinderung gut machen können.“

Nähere Informationen über die Netzwerkstelle finden Sie auch unter  www.frauenbeauftragte-in-werkstaetten.de

 



Gela-Methoden- und Materialkoffer für Fachkräfte* verfügbar

Unser Material- und Methodenkoffer will Fachkräfte*, Pädagog:innen und Multiplikator:innen unterstützen, damit sie Gewalt gegen Frauen* mit Behinderungen leichter zum Thema in den Einrichtungen der Behindertenhilfe machen können. Auch für die direkte Arbeit mit den Frauen* bietet der Präventionskoffer passende Strategien an.

Für wen ist der Gela-Koffer interessant?

  • Kolleg:innen aus den Frauenunterstützungseinrichtungen 
  • Fachkräfte der Einrichtungen der Behindertenhilfe 
  • Pädagog:innen 
  • Interessiertes Fachpersonal*

Was kann der Gela-Koffer leisten?

  • Er bietet erprobte Materialien für Einrichtungen der Behindertenhilfe, um das Thema Gewalt gegen Frauen* zum Thema machen und bearbeiten zu können (z.B. Erstellung von Leitlinien oder Gewaltschutzbögen) 
  • Er enthält Methoden, um präventives Arbeiten zu ermöglichen
  • Er beinhaltet Anregungen, wie Übungen zur Ich-Stärkung und Selbstbehauptung, die in Angebote der Einrichtungen integriert werden können
  • Zudem bietet er Materialien und Methoden, um traumatisierte Frauen* im Alltag zu unterstützen

Was enthält der Gela-Koffer?

Basisinformationen zum Thema:

  • Information zu sexualisierter Gewalt und Prävention
  • Informationen zur Erstellung von Leitlinien
  • Literaturlisten zum Thema

Materialien zur Reorientierung:

  • Tiger Balm
  • Lavendelsäckchen 
  • Holzigelbälle (3)
  • Musik-CD

Materialien zur Selbstbehauptung:

  • Buch: Ich bin Stark
  • Comic: Alles Liebe? (Unterrichtsmaterial 4 Exemplare)
  • Armbändchen für die Teilnehmer:innen (48 Stück, verschiedene Farben)
  • Schrillalarm
  • Postkarten zu verschiedenen Anlässen (Gefühle)

Infomaterial zu Hilfsmöglichkeiten:

  • Hilfe-Telefon in leichter Sprache
  • Nein! Zu Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* mit Behinderungen in leichter Sprache

Und das alles ist enthalten in einem Holzkoffer aus Buchenholz, hergestellt in der Werkstätte der BruderhausDiakonie in Bad Urach.

Der Gela-Koffer wurde gefördert von den Frauen* des Lions Clubs – wir können ihn deshalb zu einem Preis weit unter Einkaufswert abgeben – bitte melden Sie sich bei Interesse bei b.goetz@frauenberatung-fetz.de